Man/frau folgt dem Trainingsplan und dann kommen die Ferien...Flexibel sein und geniessen ist die Devise!

Wochenlang, wenn nicht monatelang haben wir uns auf die Ferien in Vietnam gefreut. Ferien in den Bergen für meinen Mann, Ferien in den Städten für unsere Kinder, Ferien auf einer Insel für mich. Und bitte alles in den gleichen Ferien gerne! Ach ja, Ferien für meinen Bruder, seiner Frau und natürlich seinen drei Kindern. Zusammen mit uns. Und dann irgendwo noch mit meiner Schwester, ihrem Sohn und dessen Freundin. Wie eine Tetrisherausforderung war die Ferienplanung und wie ein magisches Puzzle fiel dann schlussendlich alles an seinen Platz.

Natürlich hatte ich meinen Trainingsplan und dachte, Ferien, da hat man/frau Zeit und rennt wann und wo es geht 4 bis 5 Mal die Woche...das war der Plan, wie es wortwörtlich lief, könnt ihr unten lesen.

Unser Abflugtag war am Sonntag, welchen normalerweise immer mein langer Lauf beanspruchte. Kurzerhand verschob ich den auf den Tag davor. Langer Lauf und Packen ging eigentlich sehr gut, ich mag es, wenn genug Zeit da ist, um in Ruhe alles Nötige zusammenzutragen und es nicht direkt vom Büro aus in den Flieger geht.

Die warme Ankunft war am Montag in Hanoi: vom runtergekühlten Flugzeug direkt in die schwüle Hitzewand der vietnamesischen Hauptstadt. Wir wurden netterweise abgeholt und ins Hotel für den Tag gefahren, da es am Abend mit dem Nachtzug weiter in die Berge nach Sapa ging. Alle vier lagen wir dann flach im Hotelzimmer und haben die durchwachte Nacht im Flugzeug nachgeholt...

Einfacher Lauf am Montag? Tja, leider wurde daraus nichts.

Eine 9-stündige Nachtfahrt im komfortablen Schlafabteil, aber lautem Zug und 2h Autofahrt später, registrierten wir uns im Hotel in Sapa. Unsere Kinder sind sofort in den Pool und ich endlich aufs Laufband, mein erster Ferienlauf, juheee! Die nächsten Tage regnete es in Strömen (wir hatten Glück, dass uns der erste Sturm des Jahres, Taifun Talim, nur streifte) und auf dem Tagesprogram standen Wanderungen durch wunderschöne Reisfelder zu authentischen und herzenslieben Einheimischen, da wurden manche Läufe durch lange Spaziergänge ersetzt.

Zurück in Hanoi musste ich dann doch noch in meine bequemen und stabilisierenden ASICS GT 2000 Laufschuhe schlüpfen und trotz der Hitze eine Runde laufen und es war einfach GENIAL! Jeden Freitag Abend, Samstag und Sonntag schliesst die Stadt die Strassen rund um den Hoan Kiem See und Hunderte, wenn nicht Tausende von Leuten, jung, alt, gross, klein, Mann, Frau, Kind, alle gehen sie auf die Strasse, joggend, marschierend, rennend zu Fuss, mit dem nigelnagelneuen Rennrad, mit dem uralten Drahtesel pedalend rund um den See. Sie tanzen und sie bewegen sich, alleine und in der Gruppe, mit Gymnastikbällen und Tai Chi Schwertern, alles lief kreuz und quer und doch harmonisch zugleich.

Das war für mich wirklich ein im wahrsten Sinne des Wortes bewegender Höhepunkt, dass die Regierung die Bewegung der Bevölkerung so toll unterstützt! Wie heisst es doch gleich?

Ein gesunder Geist in einem gesundem Körper!

#SoundMindSoundBody 

Wenn auch überhitztem Körper, es waren 35 Grad, meine Geschwindigkeit liess zu wünschen übrig, passte ich mich doch vernünftigerweise den Temperaturen an. Zurück zum Hotel laufend, kaufte ich mir noch eine leckere Jackfruit als Zwischensnack von einer Strassenhändlerin, das waren sehr feine Kohlenhydrate und Vitamine!

Mein Bruder und seine Familie flogen dann pünktlich ein, um gemeinsam die Ha Long Bay 2 Tage/1 Nacht Tour mit uns zu machen. Der Ausflug war unvergesslich und einfach wunderschön, nur wurde Laufen durch Kajak fahren, Tai Chi auf dem Sonnendeck, im Meer baden und Grottenauskundschaften ersetzt.

Dafür sprang ich dann wieder zurück in Hanoi noch zweimal um den schönen gesperrten See herum, einmal mit Beschleunigungen in meinen schnellen ASICS Magic Speed 2 (statt Anstiegsläufen, Brücken waren mir zu weit weg und zu stark befahren) und einmal einfach nur um die Stadtlandschaft, die Menschen und die Stimmung zu geniessen.

Wir sind dann alle zusammen in den Süden zur Insel Phu Quoc geflogen und haben dort meine Schwester und ihre Familie getroffen. Leider traf uns die Rache Montezumas nacheinander und statt Laufen, ging es dann ins Morgenyoga. Zweimal konnte ich am Schluss doch noch aufs Laufband im kühlen Fitnessstudio und motivierte meinen Bruder und seine Söhne mitzukommen.

Den Abschluss unserer Vietnamferien bildete Saigon: feine Restaurants, fröhliches Geburtstagsessen im Hotel, Snacks auf der Strasse, Mittagessen auf dem grossen Ben Thanh Markt am Stand und ein letztes Banh Mi Sandwich im durch Netflix berühmten Hole-in-the-Wall.

Auch da lief ich meist auf dem Laufband mit Klimaanlage und einmal rund um den grossen Park beim Wiedervereinigungspalast.

Für unbekannte Gebiete empfehle ich die Strava Routen in der Nähe nachzurennen, die sind wirklich nützlich!

Laufen nach Plan ist in den Ferien nicht wirklich einfach, aber machbar! Früher aufstehen, Läufe vorver- oder nach hinten schieben, von draussen nach drinnen verlegen und umgekehrt, Familien und Freunde motivieren mitzumachen, bei Hitze verlangsamen, bei gesundheitlichen Problemen kurz pausieren und weiter geht's!

#RunningNeverFeltBetter


written by
portrait

Thu Pham Abdon

Project Manager from Zürich

Age group: W45

share instagram
MY DISCIPLINES
half marathon obstacle race 10k marathon